Pressemitteilung: Aus für das Alpinium in Obermaiselstein und Balderschwang: Naturschutzarbeit sichern, Vertrauen vor Ort erhalten

Dezember 18, 2025

Augsburg, 18. Dezember 2025 – Zur Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung, das staatliche Modellprojekt Alpinium nicht weiterzuführen, erklärt die bayerische Landtagsabgeordnete Anna Rasehorn (SPD), Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz:

„Die Diskussionen rund um das Riedberger Horn haben gezeigt, wie sensibel der Alpenraum ist und wie schnell der Ausgleich zwischen Tourismus, Landnutzung und Naturschutz aus dem Lot geraten kann. Für die Naturschutzverbände stand dabei immer zurecht im Zentrum, dass die einzigartige Flora und Fauna am Riedberger Horn nicht angetastet wird. Dieser Maßstab muss weiterhin gelten.“

Rasehorn betont zugleich, dass das Alpinium fachlich wichtige Aufgaben übernommen habe: Besucherlenkung, Rangerarbeit, Monitoring von Arten und Lebensräumen sowie Umweltbildung. „Diese Arbeit darf nicht verschwinden, nur weil ein Neubauprojekt politisch und gesellschaftlich nicht tragfähig war. Wer Natur schützen will, braucht dauerhaft Personal, Präsenz im Gelände und verlässliche Strukturen.“

Bürgerentscheid respektieren, Konsequenzen klären

In Obermaiselstein hatten sich im Februar 2025 in einem Bürgerentscheid 78 Prozent gegen einen geplanten Neubau ausgesprochen. „Diese demokratische Entscheidung ist zu respektieren. Gleichzeitig muss die Staatsregierung offen aufarbeiten, warum man der Region über Jahre große Zusagen gemacht hat, ohne eine realistische und akzeptierte Umsetzung sicherzustellen.“

Der Bayerische Oberste Rechnungshof hatte bereits angeregt zu prüfen, ob eine Integration ohne Neubauten in die inzwischen entwickelte naturtouristische Infrastruktur wirtschaftlicher und zielführender wäre. „Genau diesen Weg hätte man früher, transparenter und gemeinsam mit Kommunen und Verbänden prüfen müssen.“

Was jetzt nötig ist

Anna Rasehorn fordert für die kommenden Monate:

  1. Naturschutz statt Abwicklung: Die angekündigte Weiterbeschäftigung der Beschäftigten in der Naturschutzverwaltung der Regierung von Schwaben muss mit klaren Aufgaben, Zuständigkeiten und regionaler Präsenz hinterlegt werden.
  2. Ranger und Besucherlenkung dauerhaft sichern: Rangerarbeit und Besucherlenkung müssen im südlichen Oberallgäu fortgeführt und ausgebaut werden, gerade in stark frequentierten Schutzgebieten.
  3. Fördermittel transparent einsetzen und verstetigen: Die angekündigte Sonderförderung von 4 Millionen Euro über 20 Jahre für Balderschwang als Ausgleich für den Wegfall des Alpiniums ist begrüßenswert, deren Befristung allerdings nicht. Wichtig wäre eine dauerhafte Lösung.

„Das Ende des Alpiniums als Projekt darf nicht als Einladung verstanden werden, alte Debatten um zusätzliche Erschließung oder Eingriffe am Riedberger Horn wiederzubeleben. Bayern braucht im Alpenraum einen Kurs, der Natur schützt und zugleich Gemeinden eine verlässliche Perspektive gibt, ohne ständig neue Konfliktlinien zu eröffnen“, so Rasehorn.

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