Pressemitteilung: „Für unseren Stadtwald: Rasehorn fordert gemeinsames Handeln von Staat und Uniper“

Mai 15, 2026
Augsburg 15.05.2026 – Die SPD-Landtagsabgeordnete und umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Anna Rasehorn fordert den Energiekonzern Uniper auf, deutlich mehr Wasser für den Augsburger Stadtwald abzugeben. Der Lech ist der am stärksten verbaute Fluss in Bayern – und Uniper leitet an der Lechstaustufe 23 nicht annähernd so viel Wasser ins Bachsystem des Stadtwaldes um, wie dieser dringend braucht. „Der Augsburger Stadtwald ist ein Schatz – für die Artenvielfalt, für unser Trinkwasser und für Generationen von Augsburgerinnen und Augsburgern. Damit dieser Schatz erhalten bleibt, muss Uniper endlich seinen Teil dazu beitragen“, so Rasehorn.
Uniper stellt eigene Gewinne über Naturschutz
Während Uniper den Strom aus seinen Lechanlagen gerne als „umweltfreundliche“ Wasserkraft vermarktet, blendet der Konzern die ökologischen Folgen bewusst aus. „Wasserkraft kann nur dann als umweltfreundlich gelten, wenn sie nicht auf Kosten einzigartiger Naturschutzgebiete geht. Wer den Stadtwald verdursten lässt und gleichzeitig grüne Imagebroschüren druckt, betreibt schlicht und ergreifend Greenwashing. Uniper stellt klar seine Gewinne über den Schutz eines einzigartigen Naturschutzgebietes“, kritisiert Rasehorn.
„Nein” zu neuem Kraftwerk im Naturschutzgebiet
Kritisch sieht Rasehorn auch die erneut aufgelegten Pläne von Uniper, ein neues Wasserkraftwerk im Naturschutzgebiet Stadtwald zu errichten. „Dieses Projekt steht im klaren Widerspruch zu den Zielen von Licca liber. Es gefährdet wandernde Fischarten und untergräbt jahrzehntelange Bemühungen um eine ökologische Aufwertung des Lechs. Noch dazu würde ein weiteres Kraftwerk die Abhängigkeit des Naturschutzes von Uniper zementieren: Augsburg wäre dauerhaft darauf angewiesen, mit einem privaten Energiekonzern zu verhandeln, wie viel Wasser dieser bereit ist abzugeben – das kann nicht im Sinne unserer Stadt sein.“
„Ja” zur Wasserkraft – aber neu gedacht
Wasserkraft wird auch in Zukunft eine Rolle spielen. Doch dafür braucht es ein grundsätzliches Umdenken. Das Zukunftsprogramm Bayerischer Lech des BUND Naturschutz Bayern zeigt den Weg: Statt immer neuer Staustufen braucht es naturverträglichere Kraftwerkstypen – etwa Fließgewässerkraftwerke, die die Strömungsgeschwindigkeit nutzen, keine Dämme errichten und fischverträglich sind. „Wir sagen nicht „Nein“ zur Wasserkraft. Wir sagen “Ja” zu einer Wasserkraft, die Natur und Energie zusammendenkt – und “Nein” zu einem Konzern, der auf alten Konzessionen beharrt, statt in die Zukunft zu investieren“, so Rasehorn.
Licca Liber braucht vollen Einsatz
Der Zustand des Stadtwaldes zeigt einmal mehr, wie dringend das Projekt Licca liber gebraucht wird. Nur durch die konsequente Renaturierung des Lechs zwischen Staustufe 23 und Hochablass kann der Stadtwald dauerhaft mit ausreichend Wasser versorgt und die Artenvielfalt gesichert werden. Ein weiteres Wasserkraftwerk an dieser Stelle wäre verhängnisvoll – es würde den ohnehin schon bedrohten Wasserhaushalt des Stadtwaldes weiter aus dem Gleichgewicht und Licca liber zum Scheitern bringen. „Licca liber ist kein Wunschprojekt, es ist eine ökologische Notwendigkeit. Als Landtagsabgeordnete werde ich mich dafür einsetzen, dass der Freistaat seinen Teil dazu beiträgt – damit Stadtwald und Lech auch für kommende Generationen ein lebendiger Schatz bleiben“, schließt Rasehorn.

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